Die Zeit im Krankenhaus – Unsere kleinen Kämpfer

Unsere kleinen Kämpfer – Die Zeit im Krankenhaus

Savannah und Silas kamen als Frühchen in der SSW 33+4 per Kaiserschnitt zur Welt. Savannah wog 1690 g und Silas 1900 g.

Silas hatte vor allen Dingen in den ersten Tagen Startschwierigkeiten – er war noch nicht angekommen. Er war der führende Zwilling in Beckenendlage mit vorzeitigem Blasensprung. Wer kann schon sagen, was das für ein Schock für den kleinen Mann gewesen sein muss. Auf einmal war er da, und musste, wie auch seine Schwester alles alleine bewerkstelligen. Selbständig atmen, die Körperwärme halten, lernen selbständig Nahrung aufzunehmen, was am Anfang nur durch eine Nasen-/Magensonde gelang, und dann…das Ganze drumherum. Auf einmal ist nichts mehr gedämpft, es ist laut und zudem grell.

Unsere kleinen Kämper verbrachten ihre ersten acht Lebenstage auf der Intensivstation. Silas war ein wenig unser Sorgenkind und benötige vermehrt Sauerstoff in den ersten 72 Stunde. Im Ultraschall der Nieren zeigte sich das linke Nierenbecken und der Harnleiterabgang postrenal ausgeweitet, was ihm später Probleme bereiten kann, wenn sich dieser Befund nicht reguliert, und er hatte Frischblut einige Tage später im Stuhl und wurde nahrungskarent gesetzt unter Beigabe von Antibiotika. Als Kontaktkind erhielt Savannah auch Antibiotika. Die Stuhlprobe bei Silas ergab den Nachweis von Clostridium difficle und Clostridium perfringens – ein Bakterium. Bei Savannah war alles in Ordnung.

Savannah und Silas bekamen bereits im Krankenhaus Krankengymnastik nach Vojta und bekommen diese auch weiterhin. Ich denke jedoch, dass wir dieses Kapitel bald schließen dürfen, da sich Savannah und Silas ganz wunderbar entwickelt und viel aufgeholt haben.

Savannah wog bei ihrer Entlassung 2255 g und Silas 2400 g. Bei der U4 am 11. September hatte Silas ein Gewicht von 5750 g bei 63 cm und Savannah 5170 g bei 61 cm. In der sogenannten Kurve hatten sie an Gewicht und Größe als ehemalige Frühchen alles aufgeholt. Wir sind jetzt so auf die U5 gespannt, die im Dezember ansteht.

Die Zeit im Krankenhaus war für mich und meinen Mann die schwerste Zeit. Wir waren Eltern auf Probezeit. Das war ein so befremdliches Gefühl. Jeden Tag verbrachten wir mehrere Stunden im Krankenhaus und ich hatte zur der Zeit Muttermilch abgepumpt, was mich zu der emotionalen Belastung, zusätzlich sehr stresste. Dies tat ich knapp zwei Monate, musste aber mit Pre-Milch zufüttern, da die Muttermilch einfach vorne und hinten nicht reichte bei zwei Kindern. Ich hätte so gerne gestillt, aber die Beiden waren so sehr an die Flasche gewöhnt, so dass jeder Anlegeversuch scheiterte. Hinzu kam, dass die Beiden durch feste Fütterungszeiten im Krankenhaus so getimt waren, dass sie sich gleichzeitig meldeten, um ihren Hunger anzukündigen. Als  Mama kann man da einfach nicht ruhig bleiben und Ruhe bewahren. Zumindest konnte ich mir nicht vorstellen, ein Kind an die Brust zu legen, währen das andere Kind vor Hunger schreit.

Als ich eines Tages aufhörte abzupumpen, und meine Kinder dadurch keine Muttermilch mehr bekamen, war mein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber groß. Ich hatte die ganze Zeit dieses ideale Mutterbild einer stillenden Mama vor Augen – das war ich jedoch nicht. Nunmehr mit Abstand betrachtet, war das Abstillen meine beste Entscheidung, und das ideale Mutterbild, welches ich hatte veraltet. Ich traf diese Entscheidung zum Wohle meiner Kinder. Zudem hatte ich mittlerweile ein ziemlich dünnes Nervenkostüm und fühlte mich ständig unter Zeitdruck. Dieser Zustand war einfach dauerhaft ein no go für gute Muttermilch und überhaupt reduzierte sich der Milchfluss immer mehr.  Die höchste Priorität war für mich, dass meine Kinder zunehmen, denn sie hatten einfach ganz viel aufzuholen. Savannah und Silas sollten Flaschenkinder bleiben.

Unser Dank gilt an dieser Stelle den Ärzten und Schwestern der Städt. Klinik in Dortmund, die sich liebevoll um unsere Zwillinge kümmern. Alle erforderlichen Untersuchungen wurden bestens durchgeführt, und so erhielten unsere Kinder den besten Start ins Leben, den sie als Frühgeborene haben konnten.

Ich zeige euch jetzt ein paar Bilder aus der Zeit im Krankenhaus. Ehrlich gesagt bekomme ich Gänsehaut wenn ich die Bilder sehe….so zierlich und zerbrechlich…wahrlich kleine Kämpfer hat uns der liebe Gott hier geschenkt. Dafür kann man nur dankbar sein.