Flaschenfrei die Zweite – Mama weg mit den Babyflaschen

Mama weg mit den Babyflaschen oder schauen wir etwa aus wie ein Baby?

Seufz… Schon lange sind meine Zwillinge Savannah und Silas keine Babys mehr. Tatsächlich ist das Tragen einer Windel noch das Einzige, was sie mit einem Baby gemeinsam haben. Lange Zeit waren meine Kinder Flaschenkinder und das vertraute Trinken aus ihren Babyflaschen ließ sie für mich als Mama immer noch ein Stück Baby sein. Ausschließlich in meinen Armen eingekuschelt tranken sie ihre Milch aus ihren Babyflaschen und wirkten dabei auf mich zart und zerbrechlich. Inzwischen waren sie so groß geworden und aßen schon lange Zeit vom Familientisch. In diesen Momenten blendete ich diese Tatsache jedoch aus. Ich hielt meine Babys in den Armen und ließ dabei gedanklich die Zeit Revue passieren.

Als Savannah dann mit 15 Monaten von heut auf Morgen regelrecht ihre Flasche verweigerte war es als würde mich ein Riesen-Gong aus meiner Mama-Traum-Welt reißen.

Mama! Ich bin kein Baby mehr!

Ihre gesetzten Signale waren unmißverständlich. Savannah konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht laufen, aber sie krabbelte vor mir, besser gesagt der Babyflasche, davon. Sie weinte und schüttelte dabei energisch den Kopf. Die Signale waren mehr als unmißverständlich, aber ich wollte sie erst nicht wahrhaben. Erst als ich dann doch kapitulierte und meiner Tochter ein Butterbrot in die Hand drückte, und sie mich dabei glücklich anstrahlte, erkannte auch ich was sie mir eigentlich durch ihr Verhalten sagen wollte. Auf den Punkt gebracht nämlich: Mama! Ich bin kein Baby mehr!

Flaschenfrei die Zweite

Bei Silas gab es kein Riesen-Gong, der mich aus meiner Mama-Traum–Welt zog. Er trank von Tag zu Tag einfach weniger Milch aus seiner Flasche und ich musste viel wegschütten. So reduzierte ich immer mehr die Trinkmengen morgens und abends. Als ich immer noch Milch wegschütten musste, ließ ich die abendliche Milch einfach weg, und schaute wie Silas darauf reagierte. Es war ihm einfach egal und satt und zufrieden schlief er die Nächte weiterhin durch. Eines Morgens lief er nach dem Aufstehen direkt zu unseren Hochstühlen und  zog einen Stuhl zu sich heran. So setzte ich Silas in seinen Hochstuhl und ohne lange überlegen zu müssen, gab ich ihm ein Butterbrot in die Hand, und er aß es. Das war im November letzten Jahres mit 17 Monaten.

Juhu endlich flaschenfrei

Einige Tage später sorgte ich für viel Platz in einen der Küchenschränke. Unglaublich, wie viel Platz allein nur Babyflaschen einnehmen können. Ohne zu zögern sortierte ich all diese Fläschchen aus und damit auch die letzten Spuren Pre-Milch,

Seitdem beobachte ich meine Zwillinge jeden Morgen beim Frühstücken und sehe schon lange keine Babys mehr. Ich sehe glückliche und zufriedene Kleinkinder, die mittlerweile schon 19 Monate alt sind.

 

 

Flaschenfrei – wenn dein Kind seine Babyflasche verweigert

“Mama, ich bin doch kein Baby mehr!”

Wäre Savannah nicht erst 15 Monate alt und könnte sie sprechen, so wäre ich mir zu 100 % sicher, sie würde diesen Satz zu mir sagen. Mit 15 Monaten weiß die kleine Maus nämlich genau was sie möchte und was nicht.

Als sie jedoch vor 19 Tagen morgens ihr Fläschchen verweigerte war ich mir dennoch sehr unsicher. Bis zu diesem Zeitpunkt bekamen meine Zwillinge morgens ihre Pre-Milch und abends vorm Einschlafen. Was war da los? Auf meiner Stirn hatte sich ein großes Fragezeichen einen Platz verschafft und schon kamen die ersten Fragen, die ich systematisch abarbeitete.

“Zahnt sie vielleicht?” Ich überlegte. Eigentlich nicht. Vorne hatte sie bereits alle Schneidezähne, da kann gar nichts weh tun. Hinzu kam, dass sie gar nicht erst die Flasche in den Mund nahm.

“Hat sie vielleicht Schluckbeschwerden? Ist sie krank?” Ich überlegte abermals. Puh….

“Vielleicht hat sie einfach noch keinen Hunger?” Das wäre mir neu…

So stand ich da mit der fertig angerührten Milchflasche und grübelte. Na gut, dann bekommt Silas erst eimal seine Milch. Das ist wirklich ein Vorteil als Zwillingsmama kann ich euch sagen. Wenn man das Trink- oder Essverhalten seiner Zwillinge gut kennt, so gibt es wenig Reste. Als Silas jedoch seine Milchflasche leer getrunken hatte, stand ich immer noch vor dem gleichen Problem. Savannah wollte einfach nicht trinken. So trug ihr einen Zahnungsgel auf und versuchte es erneut. Sie zahnte definitiv nicht. Ihre Flasche wollte sie immer noch nicht. Vielleicht ja doch Schluckbeschwerden….Für den Hals- bzw. Rachen hatte ich auch ein tolles Gel zur leichten Anwendung, was aber auch nichts brachte.

In der Zwischenzeit wurde sie verständlicherweise ziemlich garstig. Ich kapitulierte, setze sie in ihren Hochstuhl, und gab ihr ein ein Butterbrot in die Hand, welches ich in der Zwischenzeit vorbereitet hatte.

Tja…und was soll ich sagen? Sie biß voller Freude und dabei genüsslich in ihr Brot. Dabei strahlte sie wie ein Honigkuchenpferd und hörte nicht auf zu essen.

“Mama, ich bin doch kein Baby mehr!” Nein, das ist sie wirklich nicht mehr *lach*.

Dennoch versuchte ich in den darauffolgenden Tagen immer wieder ihr die Milchflasche anzubieten. Nicht aus Gewohnheit oder weil es einfacher ist, sein Kind so satt zu bekommen, sondern weil ich dachte, es sei nur eine Phase. Wie oft haben unsere Kinder Phasen etc., in denen sie halt anders sind als gewohnt?! Hinzu kam, dass sie tatsächlich wenige Wochen zuvor auch mal ihr Fläschchen verweigert hatte, jedoch nur für ca. 3 Tage.

Dieses Mal war ihr Verhalten jedoch total anti. Sie ergriff sofort die Flucht, als sie mich mit der Milchflasche näher kommen sah. Das brachte mich jedes Mal zum Lachen. Das Verhalten war wirklich sehr anti gegenüber ihrer Milchflasche, die dann natürlich Silas bekam.

Heute sind wir also bereits 19 Tage flaschenfrei. Es war am Anfang wirklich ungewohnt, denn ich überlegte, wie ich sie am besten satt bekomme. Was bekommt sie stattdessen zum Frühstück und was zum Abendbrot? Zum Glück ist sie eine sehr gute Esserin, isst scheinbar alles, und dadurch macht sie es mir sehr einfach. Zum Frühstück bekommt sie mal ein Butterbrot, mal einen Joghurt oder Müsli mit frischem Obst. Mittlerweile kann sie auch richtig toll aus einem Strohhalmbecher trinken, so dass ich mir auch keine Sorgen machen muss, dass sie nicht genügend trinkt.

Silas braucht noch seine Pre-Milch morgens und abends. Er ist total verschmust und kuschelt gerne. Daher denke ich, dass er noch einige Zeit länger sein Fläschchen braucht. So eine Milchflasche hat halt was Vertrautes und Geborgenes bei Flaschenkindern. Meine persönliche Meinung ist, dass Babys oder Kleinkinder die oft die Nähe und Wärme von Mama oder Papa suchen länger an ihrer Milchflasche festhalten.

Was denkt ihr? Wie sind hier eure Erfahrungen?

Text und Fotografie © Nadja Moutevelidis